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Die ersten Trainer B Distanzreiten
Das sind die ersten 5 Trainer B-Distanzreiten:
Kyra Gülden (Rheinland-Pfalz)
Florian Schmidthüs (Hessen)
Sabine Körber (Rheinland-Pfalz)
Inge Harbach (Hessen)
Sian Griffiths (Hannover-Bremen)
Vom 16.-18.02.01 fand das letzte Wochenende des Trainer B Seminars bei Kyra Gülden in Mariaweiler satt.
Neben der Erprobung der Unterrichtsstunde (für die sich 4 von Kyras Reitschülern zur Verfügung stellten),
wurde ein Stufentest zur Vorführung der Aufgaben eines Trainers geplant und erprobt. 2 Distanzreiter ritten
ihre Pferde unter verschiedenen Pulsvorgaben jeweils eine 1,3 km lange Strecke. Die so ermittelten Daten konnten
anschließend graphisch ausgewertet und interpretiert werden. Alle Teilnehmer waren sich darin einig, das
die Gewichtung in der Prüfung auch mehr auf diesem Teil liegen sollte. Der Trainer B Distanzreiten ist eben
nicht nur Ausbilder sondern auch Trainer.
Es wurde spät! Am Freitag bis 0:30, am Samstag bis 23 Uhr und am Sonntag begann die Prüfung um 9:30 Uhr
und dauerte bis 18 Uhr.
Die Teilnehmer waren sich einig, daß für zukünftige Trainer B Seminare deutlich mehr Zeit , als
drei Wochenenden bzw. der verlangten 60 Unterrichtseinheiten nötig sind, um die Fülle an Wissen sinnvoll
zu vermitteln. Die mittlerweile über 100 Seiten starken Unterlagen bedürfen noch einer weiteren Überarbeitung,
aber am Ende werden sicherlich interessante Richtlinien zum Distanzreiten herauskommen.
Neben den Bereichen Sportlehre und Aufbau der Reitstunde referierte Juliette Mallison als Präsidentin des
VDD und Distanztierärztin am Samstag Abend über Pferdehaltung und Veterinärkunde. Auch wenn hier
vieles Wiederholung war, so kamen doch interessante Erkenntnisse gerade in Bezug auf den zuvor erprobten Stufentest
heraus.
Am Sonntag morgen wurde es ernst und man merkte den Teilnehmern doch sehr ihre Nervosität an. Als Prüfer
fungierten Gerlinde Hoffman von der FN, Susanne Fehl (Richterin FN) und Juliette Mallison
(Tierärztin, Präsidentin des VDD).
Zunächst wurden Ausschnitte von distanzspezifischem Unterricht zur Gymnastizierung von Pferd und Reiter gezeigt.
Dazu hatte jeder Prüfling nur 10 min Zeit. Die Unterrichtsstunde wurde zunächst mündlich erläutert.
Sabine begann mit Aufwärmen und Dehnungsübungen für die Reiter zunächst ohne Pferd, dann auf
dem Pferd. Dann übernahm Sian die Lösungsarbeit der Pferde und anschließend demonstrierte Inge
Übungen auf dem Pferd zur Balanceschulung des Sitzes in Richtung entlastendem Sitz. Unter Helgas Anleitung
wurde dann mittels aufgestellter Pylonen das Balancegefühl und die leichte, zügelunabhängige Einwirkung
auf das Pferd in biegender Gymnastikarbeit im Slalom um die Pylonen gezeigt, verbunden mit einer praktischen Übung
zum wenden in Geländetypischen Situationen. Kyra zeigte Ausschnitte aus einer leichten Springgymnastik als
Rückenschulung und zur Förderung der reaktionschnelligkeit für Distanzpferde und Vertrauensaufbau
mit einer am Boden liegenden Plane. Beendet wurde die Stunde von Florian mit der vorsichtigen Entwicklung in Richtung
Distanztrab und dem distanztypischen Abspringen vom Pferd aus der Bewegung heraus. Durch Nebenherlaufen neben dem
Pferd wurde dann ein guter Ausklang in das trockenführen der Pferde geschafft.
Anschließend ging es zum Stufentest hinaus ins Gelände. Kyra hatte eine genau ausgemessene Strecke von
1,3 km erkundet auf der zwei Reiter hintereinander zum stufentest kamen. Die Vorbereitung, korrektes Anlegen des
Pulsmessgerätes, Aufwärmen des Pferdes für den Stufentest, wurde jeweils von einem Prüfling
betreut, ebenso die Durchführung des Test und das Versorgen und Kontrollieren des Pferdes nach dem Test.
Die Prüfungskomission nutze die Gelegenheit, um vertiefende Fragen rund um das Vortraben zu stellen. Anschließend
ging es in den theorethischen Teil. Es wurde in zwei Gruppen zu 3 Prüflingen geprüft, wobei der erste
Teil sehr stark auf die Unterrichtserteilung, Aufbau der Reitstunde, Reitlehre (klassische!), abzielte und am Ende
von allen Teilnehmern, als zu wenig distanzspezifisch gwertet wurde. Da den Richtern aber am Ende der gleiche Eindruck
entstand, wird hier sicherlich noch dran gearbeitet werden müssen. Der zweite Theorieteil war dann allerdings
sehr gut auf alles rund um das Distanzreiten ausgerichtet. Erfragt wurden Kartenkunde, Organisation von Distanzabzeichenkursen,
Ablauf von Vetgates und die Auswertung des Stufentests (auf Anregung der Prüflinge). Hier kann und sollte
man sicherlich noch wesentlich mehr des erarbeiteten Wissens abfragen.
Am Ende konnten 5 Prüflinge bestehen. Für diese 5 Teilnehmer blieb, trotz ihres eigenen Erfolges, ein
bitterer Beigeschmack, da eine Teilnehmerin nicht bestand, der die Prüfungssitation zu sehr zusetzte und die
so ihre eigentlichen Fähigkeiten und ihr Wissen nicht überzeugend rüberbringen konnte.
Die Prüfungskommission hat es sich nicht leicht gemacht. Auch für sie war es absolutes Neuland und ein
durchaus kritische Diskussion im Anschluß an den Lehrgang verdeutlicht: hier gibt es noch viel zu tun. Ein
Anfang ist gemacht auf dem man aufbauen kann und wir werden versuchen alle zusammen die Ausbildung im Distanzsport
auf den Weg zu bringen.
Sg
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