Der Ortsteil Gülden ist größer, als man denkt.
Als Teilnehmer an der Güldenhofdistanz sollte man zumindest einige Ortsteile gut kennen - zumindest kennt
man sie danach!
Lediglich ein kleines Schild : Paddocks - und etwas größer- 15,--DM, zeigte an, daß hier wohl
ein Distanzritt stattfinden sollte. Die Menükarte hing praktischerweise gleich am aufgestellten stillen Örtchen
nur eine Meldestelle war nicht ausgeschildert. Von einer anderen Teilnehmerin, die durch den Ort irrte, ließ
sich immerhin erfahren, in welcher Straße der Güldenhof lag. Wer genügend Mut hatte, denn Hof,
trotz der wild bellenden Hunde zu betreten, der fand dann auch die Meldestelle. Die wurde aber dann sehr gut und
souverän geleitet. Überhaupt klappte die Organisation wie am Schnürchen.
Die Voruntersuchung führte dann in einen anderen Teil Güldens und wurde von Verena Herholz und Ulrike
Rehbeck gründlich und resolut durchgeführt. Impfpass war auf diesem Ritt Vorschrift, ebenso das Tragen
eines Helmes.
Und, um ganz Gülden kennenzulernen, führte der Start wiederum in einen anderen Bereich und ließ
den Teilnehmern auf der ersten Pflicht-Schrittstrecke genug Zeit, die schöne Umgebung zu bewundern.
Doch dann wurde flott geritten auf den 59 km des MDR, allerdings scheint mir persönlich die Strecke deutlich
kürzer, als angegeben, denn nur so kann ich mir die ungewöhnlich schnellen Zeiten (z.B. 2,9 km für
die Siegerin) erklären.
Trotz Vorschrift, hatte ein Teilnehmer keinen Helm auf und wohl auch keinen dabei, wurde aber auch in der Siegerehrung
nochmal darauf aufmerksam gemacht. Eine Teilnehmerin ritt allerdings mit englisch kombiniertem Reithalfter mit
atembeengendem Sperrriemen und erklärte, darauf angesprochen, daß Pferd gehöre einer Tierärztin,
wenn diese das sagt, wäre es auch reglementkonform. Ob die Tierärzte immer so mit dem Reglement vertraut
sind? Bergauf hat dieses Pferd - seinem Schnaufen nach zu urteilen- bestimmt sehnsuchtsvoll an die "keine-atembeengende-Zäumung"-Vorschrift
gedacht.
Die Strecke selber führte durch das schöne Wendland und entspricht in vielen Teilen der Eichenhofdistanz
mit ihren schönen Wald,- Sand- und Graswegen durch ein leicht hügeliges Terrain. Die Markierung war sehr
gut und es wurde, den Zeiten nach zu urteilen, enorm schnell geritten. Zwar schien die Sonne, aber ein sehr kalter
Wind zwang zum raschen Eindecken. Wer hier nicht übervorsichtig war, der bereute es bei der außergewöhnlich
gründlichen Nachuntersuchung. Beide Tierärztinnen waren enorm gründlich, was ich ganz persönlich
nur begrüße, bei vielen Teilnehmern aber auf Unverständnis stieß, handelte es sich doch "nur"
um einen EFR und einen MDR.
Einziger Nachteil dieser Gründlichkeit: die Nachuntersuchungen verschoben sich zeitlich bis zu 1 Stunde, während
der man die Pferde auf der ungeschützten Wiese daneben grasen lassen konnte. Das Pferd dann gut vorgewärmt
zu präsentieren, ist so natürlich schlecht möglich. Auch ein Grund, warum manches Pferd sich kritische
Blicke der Tierärzte einhandelte.
Die Siegerehrung wiederum fand auf dem Hof, ohne Pferd, statt. Als sehr nette Geste, gab es für jeden Teilnehmer
Ehrenpreise vom Futtersack übers Halfter bis hin zur Güldenhof-Tasse.
Eine sehr nette Veranstaltung, die in Einzelheiten sicherlich noch verbesserungswürdig ist, aber vom sportlichen
Rahmen her, beste Voraussetzungen bietet. Schön wäre es ja mal, in diesem Gelände eine lange Distanz
zu reiten....
©Sian Griffiths |