Startseite --> Distanzreiten -- Rittberichte --> Grastäler


Rittbericht
Grastäler


von Bert Fichtel

25 Jahre Grastälerpassage 2002

Shaari war weg ! Eike Eberts feine Stute , seit 6 Jahren in den Top Ten ,ein Vorzeige-Distanzpferd mit über 5000 km zurückgelegter Leistung. Eike völlig verstört. Sie würde sich von dem Platz nicht mehr fortbewegen ,bis sich das Schimmelchen wieder einstellt. Doch vor der Siegerehrung fand sich die rätselhaft,aus der lagernden Herde Entschwubdene 3 km weiter, weil Zäune das Tal abriegelten. Ein Grund zum Grübeln über das Urtier welches wir glauben genau zu kennen.
Nach dem Ritt wurde eine Nachreaktion bei einem der Siegpferde deutlich. Harnverhalten mit Koliksymptomen.Hatten wir in 25 Jahren bislang nur einmal gehabt. Damals hätten wir uns aber auch weniger schnell helfen können. Das Handy ist für unsern Sport ein echtes Geschenk. Nach dem Ritt zerstreuen sich die Reiter in verschiedene Gastrono -mien. Ja, auch Tierärzte haben ein Recht auf Entspannung .
Auch 3 weitere Pferde mußten geführt und beobachtet werden. Ohne die Untersuchung am nächsten Morgen wären alle 4 evtl. auf dem Transport umgekippt. Die sofortige Nachuntersuchung ist Kundenservice für die Eitelkeit der Reitenden. Damit sie Erfolg für ihre Investition haben. Also evtl. Sieg mit durchbiegenden Rücken und nicht mehr gesehenden, gravierenden Lahmheiten. Es ist richtiger nach naßkalter Nacht ,leichte Steifheiten und Bagatell -notierungen als akzeptabel einzustufen. Das darf ein Pferd am Saisonbeginn zeigen. Jedoch der Uberblickt nach der Veranstaltung , daß kein Behandlungsfall den oft weiten Rücktransport infrage stellt,hinterläßt für alle Beteiligten eine ungetrübte Erinnerung .
Tempo 3,3-3,4 wurde von 10 Pferden gelaufen. Das ist vertretbar wenn die Selbst-Kontrol animiert wird. Auf den Ritten des Feuerkreis gibt es lange Pausen, in welchen die Pferde richtig eingeschätzt werden können. Nicht nur nach der dilletantisch, hochstili -sierten, absoluten Pulsfrequenz .Man frage einmal einen Sportmediziner dazu -Wenn das Tier sich entspannen darf, nicht herumgeführt und Erregung gehalten wird,erkennt auch der Reitende ,wie er sich einteilen muß.
Es wurde ein herrlicher Reittag. Allerdings die Anfahrt wurde von Unwettern und ständigem Regen begleitet. Die Voruntersuchung durchweichte die Goritexverspre -chungen. Vor 25 Jahren gab es noch keine Wetterdecken für Pferde und nur ein großes Feuer um das wir uns trockneten wie am Gyrosspieß. Doch jetzt hatten wir einem beheizten Saal gemietet,Toiletten und Kochgelegenheit. Kein Student mußte sich in einer Gast -wirtschaft am Bier festhalten. Man konnte seinen Kasten mibringen und die Vesper auspacken. Es gab vorzügliche Maultaschensuppe, Brote und alle Getränke zu 1 Euro.
Und wem das nicht reichte, hatte 3 Spitzenrestaurants unweit zur Auswahl. Ohne Personal -rücksichten durfte bis in die Morgenstunden geschwätzt werden ,bis Hermann mit der Bank umfiel.
Was für ein Erlebnis als um 5 Uhr der Himmel klar war und die Sonne hochkam ! Um 6 UhrKontrolle der Erststarter bezüglich der Ausrüstung. Zum Start wurde 1 km warmgeritten . Das Pulver war natürlich zu naß für den Böller, so daß alle Startängste verflogen und sich noch 34 von gemeldeten 47 auf die Strecke begaben.
Am Stop 1 gab es Ablaufstockungen,weil eine jährlich auftretende Naturschutzsekte ,eine Kraft in Beschlag nahm. Die scheinen regelrecht auf uns zu warten...woher konnten sie den Termin haben ?
Der Veranstalter versuchte einen geplatzten Reifen zu ersetzen und trat erst Mittags wieder in Erscheinung, wo schon alles in bester Laune auf dem Christophshof Kuchen stemmte, Eisen klopfte und etliche beschlossen, hier beim Kaffee sitzen zu bleiben. Es gab 12 Erststarter, die sich vortasten wollten. Der Ritt hat immer eine gewisse Fröhlichkeit. Bei schönem Wetter wie heuer, ist die Niedere Alb ein traumhafter Ritt.
Die Vergabe des BEST CONDITION ergab weitere Aspekte .Von den Top Ten waren 4 Pferde ganz erstaunlich frisch und ohne jegliche Beanstandung. Mit leichten Anmerkungen unter anderen SULKAN der alte, dem das Startgeld erlassen wurde und AKENT die schon 2 x in Florac bestanden hatte. Beide in imponierendem Zustand. NURANI war ohne Befund .AYLA eine AV-Dunkelfuchsstute atemberaubend in der Gesamterscheinung, Gangwerk und Ausstrahlung. Wenn vor großem Publikum eine Demonstration und Werbungeffekt für den Sport angestanden... hätten wir den Angloaraber ARAMIS nehmen müssen. Diese Vitalität und Aktion war nur einmal vom Klaus Dittrich mit dem Shagya - Hengst Siglawi von Christine Stöth gezeigt worden. Nach langer Beratung kamen wir zu einer Erkenntnis ; Ein schon lange bewährtes Pferd kann nicht hinter ein erstmals oder wenig gestarteten Pferd rangieren .Das widerliefe jedem Gefühl und Horsemanship . Ganz exemplarisch gegen gewachsenen Codex, daß ein Distanzpferd erst mit vielen Dientjahren für einen Sport stehen kann, der Tierschutz in seiner Präambel aufführt. 09.05.02UADIR kam damit nur noch infrage. Sein Reiter Jan Duvenhorst hat ihn sehr gut präsentiert .Ein Lohn für viel Kummer die eine Fesselallergie bereitete.
Wir sind bei dem alten km- Geld von 40 Cent geblieben. Offiziell sind seit dieser Saison 70 erlaubt.Mit der Bereitstellung eines Quartiers wurden alle Kneipenzwänge eingespart die das Wochenende verteuernd begleiten. Es gab Prämien für unbeschlagene Pferde und Freistart für alte. Ein Dtz Starter kamen nicht . So entstand ein kleines Defizit,welches wir gerne tragen,da es ein schönes Wochenende war. Aber,daß einige Abreisende durch die Nachbarwiese fuhren, brachte uns eine Forderung von 250 Euro durch den erbosten Bauern.

bert Fichtel

nach oben

Mailt mir Eure Neuigkeiten!