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Rittbericht
Fläming
von Sian Griffiths
| Zum letzten Mal ! Zum letzten Mal?? Am 25.05 fand im brandenburgischen Ziesar, in der traumhaft schönen Gegend des Hohen Fläming der wohl letzte Ritt statt. Schon im Vorfelde hatte der Veranstalter Claus Angelbeck schon bekannt werden lassen, daß er aus persönlichen Gründen und wegen der Entfernung wohl zum letzten Mal diesen Ritt anbieten würde. Die Reiter verlieren damit einen der schönsten Ritte in Deutschland, der sich durch bestes Geläuf und eine wunderschöne, menschenleere Landschaft auszeichnet. Wer hier zum letzten Mal dabei war, wird das alles mit Wehmut betrachtet haben. Der Veranstaltungsort, eine riesige Wiese mitten im Nirgendwo, der schöne Pausenplatz auf dem Dorfanger, das Lagerfeuer am Ende des Rittes und die gelungene Organisation. Eine Strecke über 128 km führte im Rundkurs zur Wiese zurück. Wer nur 84 oder 60 km reiten wollte, musste vorher den Ritt beenden und brachte sich um eines der schönsten Teilstücke. Meine Stute Peppy ist im Fläming ihren ersten Hundertmeiler gelaufen und seither bin ich jedes Jahr dabei gewesen- die Strecke liegt ihr einfach. Nach dem Massenstart setzten sich Sieglinde Dick mit ihrem Flyer und Gerhard Wolters mit dem Hengst Al Shamour an die Spitze. Ich ließ sie zunächst ziehen und plante, sie bis zum 80 km Stopp einzuholen. Peppy war zwar nicht einverstanden mit dem Tempo, ließ sich aber doch bald davon abhalten, das Tempo vorne mitzugehen. Eine Reiterin stürzte auf dem ersten Teilstück, blieb jedoch zum Glück unverletzt. Das Wetter war noch relativ kühl, sollte jedoch noch deutlich an Wärme und Schwüle zulegen. Bis zur ersten Pause bei 45 km blieb das feld relativ dicht beeinander. Einige Pferde brauchten schon mal länger zur Regeneration obwohl das Tempo relativ verhalten war. Nach der Pause zog unsere Verfolgertruppe mit Wiebke Angelbeck und ihrem Tahar, die die 80 km ritt und die große Holsteinerstute Christobalita mit Christiane Kirsten das Tempo deutlich an und hatte zum 60iger Stopp den Abstand auf 4 min verkürzt. Die Tierärzte untersuchten sehr gründlich und nahmen in den Kontrollen auch nach 20 Minuten den Kontrollwert. Zum 84 iger Stopp hin hatte ich die beiden Führenden eingeholt und wir machten Tempo. Mittlerweile hatte sich auch zwei 80 km Reiter zu uns gesellt und Wiebke blieb mit Tahar etwas zurück. Aus dem 84 km Stopp ritten wir drei mit nur Minutenabständen wieder los, Peppy übernahm die Führung, trabte locker und immer vorwärts und Flyer und Al Shamour hinterher. Zeitgleich erreichten wir den 105 km Stopp. War es das Wetter oder ein kleines Tief: Peppy zeigte bei der Kontrollmessung nach 20 min einen Pulswert von 60, den ich als ungewöhlich einstufte und deshalb die beiden anderen ziehen ließ. 30 min Schritt und Peppy lief wieder wie gehabt, Werte alle im Normalbereich. So erreichte Sieglinde Dick mit Flyer als erste das Ziel, gefolgt von Gerhard Wolters mit Al Shamour, der auch den Best Condition gewann. Beeindruckend waren die beiden Fahrponys Banjo und Tara, die gemeinsam die 128 km bewältigten und gewannen! Bei der Siegerehrung mit Pferden im großen Kreis auf der Wiese wurde Claus eine Tafel mit den Unterschriften aller Teilnehmer überreicht und mit der Bitte, diesen Ritt doch wieder zu veranstalten. Es war mal wieder ein traumhaft schöner Ritt. Super markiert, eine wundervolle Strecke und eine tolle Stimmung. Sollte dieser Ritt zum letzten Mal stattfinden, es wäre wirklich ein Verlust! Sian Griffiths |