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Rittbericht
Clevereux/
Luxemburg
von Martin Bösel
| Miranda und Rene' hatten ins beschauliche Clervaux, Luxemburg geladen rund 25 Reiter aus Belgien, Holland und Deutschland
versuchten sich bei hochsommerlichen Temperaturen an dem CEI-B über 120 km. Sowohl deutsche als auch belgische Distanzler nutzten den Ritt zum Nachweis ihrer und der Qualifikation ihrer Pferde für Nationalmannschaften und internationale Championate. Wer die Fahrt ins französische Nancy vor 14 Tagen gescheut hatte um den vermeintlich leichteren Ritt in Clervaux zu reiten, wurde unangenehm überrascht. Knallharte Steigen, sehr anspruchsvolle und ständig wechselnde Bodenbedingungen und ein ständiges Auf-und-Ab ohne Chance auf erholsame Flachstücke waren die luxemburgische Antwort auf schwere CEI-B's. Kombiniert mit Temperaturen um 30 Grad Celsius mußten Reiter wie Pferde weit mehr leisten als vielleicht erwartet. Die erfahrenen Reiten fanden allerdings schnell Gefallen an diesem Ritt, weil er technisch und taktisch forderte ohne unfair zu sein. Die wunderschöne Landschaft entschädigte für viele Qualen. Der Start wurde auf 5:30 vorverlegt um die morgendliche Kühle noch besser auszunutzen zu können. Hubert Janssen aus Belgien ließ keinen Zweifel an seinem Siegeswillen und legte ein gutes Tempo vor, dem anfangs nur Sophie de Beyer aus Holland und Ursula Klingbeil aus Deutschland folgen mochten. Später ließen aber auch diese beiden Reiterinnen den Kollegen ziehen. Hubert Janssen kennt die Strecke bis in kleinste Details, da er hier mindestens 1 Mal pro Monat trainiert. Der Belgier sollte die Führung bis zum Schluß souverän verteidigen und präsentierte sein Pferd in den Vet-Gates immer in exzellenter Verfassung. Die anfängliche hohe Geschwindigkeit hatte der jungen Sophie de Beyer und der deutschen Tierärztin einen beträchtlichen Vorsprung vor dem Hauptfeld eingebracht, den sie bis ins 3. Vet-Gate verteidigten. Hier kam leider das Aus für Ursula beim Re-Check am Ende der Pause. Ein leicht erhöhter "Rigdeway-Test" warf Pferd und Reiter aus dem Rennen. Mehr Glück hatte Sophie, die trotz eines sichtlich erschöpften Pferdes wieder auf die Strecke durfte. Allerdings hatte die Holländerin schon im Vet-Gates viel Zeit verloren und der verbleibende Vorsprung schmolz gegenüber den hinter ihr reitenden Gruppe schnell dahin. Nun nutzten die ReiterInnen ihre Chance, die das Rennen vorsichtiger angegangen waren und deren Pferde noch genug Kraft noch über genug Kraft verfügten. Marcel Laenens, Martin Vercauteren und Gabriela Förster zogen mühelos an der Konkurrenz vorbei, entweder im Vet-Gate oder auf der Strecke. Die Drei kennen sich von vielen internationalen Begegnungen und verstanden sich auch in diesem Rennen bestens . In einem nicht ganz ernst gemeinten Finish überquerten auf Platz 2, 3 und 4 und Marcel vor Gabriela und Martin die Ziellienie. Für alle drei Langstreckler war dieser Ritt ein wichtiger Baustein für die Teilnahme an kommenden Championaten Während Marcel und Martin sich in Richtung Jerez 2002 orientieren, wird Gabriela mit Zaim auch für die EM in Italien 2001 gehandelt. Die Pferde bewältigten innerhalb weniger Minuten die Zieluntersuchung ohne Probleme. Weniger Glück hatte Gabrielas ebenso erfahrene Kollegin aus der Nationalmannschaft Cristina Gausch, als sie im dritten Gate aufhören mußte. Dies war eine, so die Aussage fachkundiger Beobachter, von ein paar umstrittenen tierärztlichen Entscheidungen. Sieglinde Dick ebenfalls schon in Diensten der deutschen Nationalmannschaft und extra in 12 Stunden aus dem fernen Berlin angereist, erwischte es nach einem Ausrutscher ihres Pferdes leider schon im ersten Vet-Gate - lahm. Wenige Minuten hinter der deutsch-belgischen Kooperation rettete sich die junge Holländerin ins Ziel, bevor Martina Stangier (Min Shabura) und Stefanie Arnold (Mudjib el Khamasa) die Linie überquerten. Martina bewies damit ihre aufsteigende Klasse und Stefanie kann sich nun gute Chancen für einen Start bei den Jugendweltmeisterschaften in Madrid ausrechnen. Mit Gaby Jacobi ("Micki"-Milagro) Alexia Steuber (Navas), Hilga Boskamp (Pamina), Jutta Osterhoff (Warcoz) und Monika Steinmeir (Esperant) schafften weitere deutsche Reiterinnen den anspruchsvollen Ritt auf den Plätzen 8, 10, 11, 12 und 13. Warkocz und Micki (Milagro) zeigten sich gewohnt zuverlässig und haben ebenfalls gute Chancen bei der EM in Italien zu starten. Navas, Pamina und Esperant geben durch die hier gezeigte Leistung Hoffnung für die Zukunft des deutschen Hochleistungsdistanzreiten. Dies dürfte der deutschen Chef d'Equipe. Beate Grün bei ihren Beobachtungen nicht entgangen sein. Der Abend schloß mit einem gemeinsamen Grillereignis auf der wunderschönen Wiese vor der Abtei des Ortes Clervaux. Wer noch nicht genug erlebt hatte, konnte sich die gleichzeitig ablaufenden Spring-, Dressur- und Fahrturniere anschauen oder das "Beschfest" besuchen, das alle reiterlichen Aktivitäten erstklassig umrahmte. Die pünktlich durchgeführte Siegerehrung am nächsten Morgen fand zu Pferde statt und belohnte die Reiter mit schönen Pokalen und praktischen Preisen wie Campingstühle und Abschwitzdecken. Der Sieger des Rennens, Hubert Janssen erhielt auch völlig zu Recht den Konditionspreis. Alles in allem eine nahezu perfekt organisierte Veranstaltung in wunderschöner Landschaft und mit viel Atmosphäre. Das schien auch Inge Harbach in ihrer Funktion als Chefsteward so zu sehen. Sie wirkte sehr zufrieden, als sie am Abend bei einer Flasche Bier ihre Zigarillos genoß. Clervaux ist nun ein gar nicht mehr so geheimer Geheimtip für 2002. Ach ja, es scheint sich auch zu lohnen, für die 54 oder 74 Kilometer nach Clervaux zu kommen. Einige dänische und deutsche Reiter bestätigten dies. Plazierung:
Martin |