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Rittbericht
Britz


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Am vergangenen Wochenende fand der erste nationale Distanzritt in Britz statt.
Teilnehmer aus Sachsen-Anhalt, Sachsen, Hessen, Berlin und Brandenburg hatten sich mitsamt Pferden auf den Weg in die Schorfheide gemacht.
Magdeburger, Berliner und Eberswalder belegten vordere Plätze.
Schon am Freitagnachmittag rollten die ersten Pferdeanhänger auf dem Lagerplatz am kleinen Teich ein. Die letzten Vorbereitungen liefen auf Hochtouren. Sofort begannen die Tierärzte Regine Markowitsch und Gudrun Perowicz mit den Voruntersuchungen. Alle Pferde bekamen Starterlaubnis.
Der Höhepunkt dieses Wochenendes war ohne Frage die 83km lange Strecke quer durch das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Acht Reiter gingen am Samstagmorgen um sieben Uhr an den Start. Unter ihnen die Weltmeisterschaftsteilnehmerin Sieglinde Dick (58), die ihre Enkelin Susanne Labitzke auf ihrem ersten Langstreckenritt begleitete. Auch Jennifer Freimuth (14) und ihre Araberstute Sarwana vom Ponyhof Britz gaben ihr Debüt auf der langen Strecke. Die Reiter verließen zusammen den Start- und Zielplatz. In dieser Formation kamen sie auch in der ersten Pause an. Diese fand an der Försterei Senftenthal statt, wo Revierförster Jan Lorenz einen Pausenplatz vorbereitet hatte. Hier konnten sich die Reiter mit ihren Pferden 30min erholen. Ihnen wurde frisches Wasser und Gras zur Verfügung gestellt. Der sogenannte Tross, der sich um die Reiter und Pferde kümmert, wartet schon. Auch der beste Jugendreiter Brandenburgs Renan Borowicz, der diesmal nicht selbst ritt, betreute hier seine Mutter Gabriele und Vollblutaraberhengst Morsano. Die Tierärztin Gudrun Perowicz kontrollierte Gangwerk und Kreislauf und die Pferde, die sich am Schnellsten regenerierten, durften die Pause zuerst verlassen. Nach weiteren 26km trafen die Reiter, noch immer dicht beieinander, in der zweiten Pause am Start-und Zielpunkt ein, wo Cheftierärztin Regine Markowitsch sich um die Pferde kümmerte. Gabriele Borowicz beschloss an dieser Stelle mit ihrem Hengst den Ritt nicht zu beenden, da er Konditionsmängel aufwies. Der Rest der Truppe ritt munter
weiter, um auch die letzten 31km in der schönen Landschaft zu genießen. Die letzte Pause auf dieser Strecke war in Neuehütte, an der Köhlerei. Die Tierärztin Gudrun Perowicz konnte auch an dieser Stelle bedenkenlos die Pferde wieder auf die Strecke
schicken. „Das ist ein Zeichen dafür, dass alle Teilnehmer verantwortungsvoll reiten. Alle Pferde haben eine super Kondition und es macht ihnen Spaß zu laufen.“ erklärt sie. Gregor Kersting (16) ist jetzt der Erste, der mit seiner achtjährigen Araberstute
Elanora die Pause verlässt. Dicht gefolgt von Dieter Hannes (63) mit seiner Orlow- Traberstute Angelika und Ekkerhard Osterer (28) auf seiner dreizehnjährigen Budjonnystute Kabala. Die gebürtigen Hessen haben den langen Weg von ungefähr zehn Stunden auf sich genommen, um am Distanzritt in Britz teilzunehmen. „Als ehemaliger Leiter der VDD-Jugendabteilung (Verein Deutscher Distanzreiter- Jugendabteilung) in Deutschland habe ich einige Freunde in Brandenburg und Berlin.“ erklärte uns der Mitbegründer des VDD Dieter Hannes. Und schon trabt er mit seinem Pferd aus der Pause. Auch Jennifer Freimuth aus Friedrichswalde wartet auf ihr Signal zum Weiterreiten. Im Ziel werden schon mit Spannung die ersten Reiter erwartet. Nach
fünf Stunden und 25 Minuten reiner Reitzeit galoppiert die Araberstute Elanora von Gregor Kersting als erstes Pferd über die Ziellinie. Während die Tierärzte den Puls der Braunen messen, kommen Ekkerhard Osterer und Dieter Hannes, Hand in Hand, als Zweitplatzierte ins Ziel. Rund eine halbe Stunde nach dem Sieger Gregor Kersting treffen Sieglinde Dick und Susanne Labiztke mit ihren Wallachen Shiny Diamant und Morisco ein. Bald darauf sehen wir die Schimmelstute Sarwana in die Zielgerade einbiegen. Unter Beifall und Jubelschreien reitet die vierzehnjährige Jennifer Freimuth ins Ziel. Das Pferd-Reiter-Paar belegte Platz sechs der Rangliste. Zu guter letzt galoppiert Sabrina Geißler mit ihrem Schimmelwallach Kimberly ins Ziel und belegt Platz sieben.
Inzwischen waren auch die Teilnehmer der anderen Wettbewerbe wieder im Lager angekommen und bei der Siegerehrung gab es noch einige Überraschungen. Antje Kuntzsch (28) aus Eberswalde belegte mit ihrer Abrohaflingerstute Lady den ersten
Platz in der Kategorie zeitbegrenzte Ritte. Sie ritt 31km und schaffte es genau in der vorgeschriebenen Zeit wieder im Ziel zu sein. Außerdem hatte ihre sechsjährige Stute die besten Pulswerte und somit gewannen beide den Ritt. „Ich bin wirklich richtig
happy. Wir hatten so schönes Wetter, die Organisation hat super geklappt, und jetzt noch der erste Platz, das ist einfach toll!“ schwärmt sie begeistert. Auf Platz zwei lag Corinna Wallis (20), ebenfalls aus Eberswalde, mit ihrem Schimmelwallach Pedro. „Ich bin total stolz auf meinen Schimmel!“ verrät sie uns. Den dritten Platz belegte Antje Teichmann (28) aus Niederfinow. Es war ihr erster offizieller Distanzritt mit ihrer Warmblutstute Ovidira. Auch Antje Krünegel (29) und Ulrike Ziems (12) vom Ponyhof
Britz kamen in der Wertung ins Ziel.
In der Kategorie zeitfreie Ritte über 52km belegten Sybill Matzdorf (31) und Natasja Dettmann (24) aus Berlin den ersten Platz. Nach einer Reitzeit von drei Stunden und zwanzig Minuten absolvierten sie auf ihren Pferden Kiasso und Perhabs die Strecke
am Schnellsten. Den dritten Platz teilten sich Landesmeisterin Vivien Pätzel aus Berlin und Christiane Kirsten aus Kiekebusch. Katrin Lipke (17) und Karina Schuster (15) vom Ponyhof Britz belegten beide den 6. Platz. Für die Barnimer war das ein sehr erfolgreiches Wochenende. Auch Oda Petri (43), die Organisatorin des Rittes, war mit dem Verlauf des Wettkampfes zufrieden. „Ich war sehr zufrieden. Die Organisation hat hervorragend geklappt, das Wetter hat mitgespielt und die Reiter sind vernünftig geritten. Ich möchte mich auch nochmal bei allen Helfern bedanken, die mit großem persönlichem Einsatz dabei waren, ohne sie wäre so eine Veranstaltung nicht möglich gewesen. In diesem Zusammenhang möchte ich mich auch bei allen Ämtern und bei den zuständigen Revierförstern bedanken, die diesen Ritt möglich gemacht haben. Es ist schade, dass einige Markierungen der Strecke entfernt wurden und dadurch einige Reiter, die die Umgebung nicht kennen, sich verritten haben. Trotz allem hat es sehr viel Spaß gemacht und ich denke, dass der Ponyhof Britz nächstes Jahr einen zweiten Distanzritt veranstalten wird.“ Auch der
Birsteiner Dieter Hannes sagte gegenüber der MOZ: „Der Ritt hat mir sehr gut gefallen und als 1.Vorsitzender eines Distanzreitvereins und als Veranstalter der berühmten Birstein-Distanz möchte ich an den hiesigen Veranstalter ein Lob aussprechen. Für eine Erstveranstaltung war alles sehr professionell organisiert. Leider gab es Probleme mit der Markierung, die sehr anfällig für fremde Hände ist. Da hilft nur eine letzte Kontrolle vor dem Ritt.“ Diesen wertvollen Rat wollen die Veranstalter gerne beherzigen!
Am abend saßen alle Reiter, die noch nicht abgereist waren, in einer gemütlichen Runde beisammen und gingen nochmal die Ereignisse des Tages durch. Doch in einem Punkt waren sich alle einig, nächstes Jahr kommen sie wieder!
NN

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