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Rheinland-Pfalz-Saar-Meisterin 2001 ermittelt! Nachdem
bei der Vorsprechung bekannt wurde, dass Brigitte Carl aus Uhler bei Kastellaun
, die dreimalige Trägerin dieses Titels, nicht an den Start gehen würde,
witterten einige Teilnehmer eine Chance auf den Titelgewinn. Wie jedes Jahr
wurde nicht nur eine schriftliche Streckenbeschreibung ausgeteilt, die Strecke
wurde am Vorabend sehr ausführlich und anschaulich beschrieben. Bei den
Geländeschwierigkeiten, die im romantischen Hahnenbachtal bei Kirn zu erwarten
waren, lohnte sich das Zuhören und Mitstenographieren. Es waren zwar "nur" 65 km
pro Tag zu reiten, aber die anspruchsvolle Strecke erscheint dem Reiter immer
etwas länger, die schnellsten benötigten 590 min für die 130 km. Allein die acht
Durchquerungen des Hahnenbaches erforderten stets mehrere Minuten und kosteten
damit Reitzeit. Vier der 28 Teilnehmer/innen schieden bereits am ersten Tag aus.
Ziel war das Schlösschen Wasem, wo jemand vom Bundeskriminalamt am Nachmittag
Sattelkennzeichnungen gegen Diebstahl vornahm. "Freizeit im Sattel" hat diese
Aktion organisiert, um die Möglichkeit des Diebstahlschutzes von Lederzubehör
für Pferde bekannter zu machen. Dieser Service war kostenlos, man wurde aber um
eine Spende für den Tierschutzverein gebeten. 36 Sattelbesitzer aus der Region
und Teilnehmer des Distanzrittes nahmen diesen Service in Anspruch. Am
Sonntagmorgen fragte sich sicher mancher, ob er sich nicht ein anderes Hobby
suchen sollte, denn es goss in Strömen. Zwei Teilnehmerinnen hatten sich am
ersten Tag ein Zeitpolster von ca. 30 min auf die Verfolger gesichert, die es
nun zu verteidigen galt. Es schien lange zu gelingen, aber dann setzte Nadine
Sommer ( aus dem Westerwald) mit dem Hosteiner-Vollblut Mix "Lucky Bonita" zur
Aufholjagd an, welche ihr auch gelungen wäre, wenn sie sich nicht kurz vor dem
Ziel verritten hätte. So erreichte sie hinter Susanne Fischer (Deutsche Trekking
Vizemeisterin) mit dem Deutschen Reitpony Lea und Ilka Fichtel mit dem im Besitz
von Christine Andres ( Hennweiler) stehenden Araber-Connemara Hengst "Kimbal",
den dritten Platz mit 10 min Abstand. Da die Zeitschnellsten jedoch keinen
Wohnsitz in Rheinland-Pfalz haben, konnten den Titel nicht erringen, dieser ging
verdientermaßen an Nadine Sommer aus dem Westerwald. Der Konditionspreis wurde
an Kimbal vergeben. Ilka Fichtel
Rheinland-Pfalz-Meisterschaft
Am 14/15 September fand
er statt. Die Strecke ging von Bell bei Kastellaun nach Hennweiler (65km) am
Samstag und am Sonntag sollte das ganze wieder zurückgehen. Die ganze Woche
vorher war es naß und kalt und nicht besonders einladend, also stieg zumindest
meine Hoffnung auf ein halbwegs trockenes Wochenende. Nachdem ich dann am
Donnerstag mit großer Sorgfalt mein Fahrzeug beladen hatte, ging es am Freitag
morgen los. Einen riesen Stapel Decken hatte ich dabei, man kann ja nie wissen
... , hatte ich auch genug Heu und Futter und dies und jenes...? . So eine
Checkliste ist klasse, man startet ja nicht jedes Wochenende und hat da doch
einige Unsicherheit. Nach 6 Stunden Fahrt und Stau und Nerv, Scheibenwischer
Stufe 3, kamen wir endlich in Bell an. Es war eigentlich groß noch niemand da,
obwohl es immerhin schon fast 17:00 Uhr war. Wir suchten uns ein Plätzchen, wie
sich später herausstellte war das sehr schlecht. Die ganze Nacht ging ein
Gebläse an und aus , nebendran bellten Hunde, na prima, da war das nix mit
schlafen, war eh zu aufgeregt. Wir liefen dann etwas spazieren, natürlich nicht
in Richtung des Starts, das hatte ich so schnell nicht gecheckt (Anfänger...).
Harad lebte sich in seinem Paddock ein und fraß schonmal das Gesträuch,
Hainbuche ist nicht giftig ... so warteten wir dann auf den Tierarzt. Wasser gab
es irgendwie keines, der Wirt des Restaurantes weigerte sich und wollte auch
noch 0,50DM für die Toilettenbenutzung. Zufällig gab es gerade Training auf dem
anliegenden Fussballplatz, dort bekamen wir dann Wasser. Inzwischen reisten
immer mehr Menschen mit Pferden an, so etwa 30 Reiterpärchen mit Gefolge waren
es schließlich. Sehr gründlich wurde Harad vom Tierarzt untersucht, misstrauisch
besah er sich die Barfüsse. Dieser Ritt war als Barfussritt ausgeschrieben und
ich wollte bei dem rutschigen Boden auch keine Hufschuhe anziehen. Auf Asphalt
mit Steinen zuckte Harad aber schon. Die Streckenkarten wurden verteilt und
im Restaurant saß nun jeder (fast) über seiner Karte und übernahm die Strecke
von der schlecht zu lesenden Schwarzweiß Kopie in seine topografische Karte.
Danach kam die Rittbesprechung. Neben Kleinigkeiten kam dann der Teil mit dem
Hahnenbach, 8 mal sollte er durchquert werden und es seien letztes Jahr auch
schon welche im Sumpf stecken geblieben. Bert Fichtel machte einem richtig Mut.
Die Einstiege seien mit Sorgfalt zu suchen ... ah ja . Langsam machte sich
mehr und mehr Nervosität breit. Irgendwie unguten Gefühls gingen wir dann in
unser Lager. Der Morgen begann sehr früh, geschlafen hatte ich gar nicht,
entweder Gebläse , oder Auto, oder Hunde, oder kalt, oder nervös, es wechselte
sich ab. Pferd füttern und anfangen die Sachen für das Trossauto
bereitzustellen. Mein Tross , meine Mutter und Silvan, schliefen noch seelig.
Frühstück im Stehen, putzen, satteln. Dann ging es endlich los. "geführt bis
über die Straße" gingen wir zu einem Punkt gemeinsam im Schritt, wenigstens
etwas Aufwärmphase. Nach der ersten Hecke bließ uns ein eisiger Wind entgegen.
Ich versuchte schonmal mich zu orientieren, klappte aber nicht, da ich in dem
Trubel von Pferden aufpassen mußte was meiner macht. Dann ging das Rennen
los, über einen Bach, einige wollten nicht drüber und den Hügel hoch und und
und. Ein ganzer Pulk Pferde blieb zusammen und es wurde flott geritten. An Karte
lesen war nicht zu denken, ich hatte keine Ahnung wo ich war. Es war rutschig
und in einer Kurve stürzte auch ein Paar, sie standen unverletzt wieder auf.
Harad war gut in Form und wie ich fand waren wir nicht schlecht vorbereitet. Die
Landschaft war sehr schön, freie Fläche wechselte mit verschlungenen Pfaden in
Laubwäldern ab. Viel zu spät sah ich , daß wir schon recht nah am 1. Stop waren
(Anfänger...) und ging zu spät langsamer. Meine Mutter empfing uns mit warmen
Decken und heißem Tee. Mit Puls 60 waren wir eigentlich ok, Nachmessen bei Puls
50, auch ok, denn es waren viele Pferde im Stop, zwei Hengste und es war sehr
unruhig. Gleich zweimal pinkelte Harad, auch gut. Immer wieder flogen uns die
Decken vom Pferd, der Wind war eisig. Dann kam das Aus beim Vortraben. Harad
eierte seltsam sowohl auf Asphalt als auch auf Gras. Verkühlt vermutlich, in der
Checkkarte heißt es lahm vorne links. Schade. Wir fuhren dann mit ihm zum
Ziel und warteten auf die anderen und drückten natürlich vor allem die
Wetterdaumen. Harad machte einen sehr betrübten Eindruck, fraß schlecht . Noch
weitere 4 Pferde wurden aus ähnlichem Grund am ersten Tag ausgemustert. In der
Nacht regnete es kräftig und Harad fraß kein Kraftfutter. Am morgen sah er sehr
unglücklich aus, den Kopf patschnaß, er haßt das, sowas gibt es halt in der
Wüste nicht. Die anderen hatten sich trotz Regen aufgemacht und wurden für die
Mühe belohnt. Zum Start hörte der Regen auf und es sah zumindest aus als wenn es
so bleiben sollte. Wir packten unser Zeug und machten uns auf den Heimweg.
Zuhause angekommen ging es Harad auch schnell besser. Er war noch nicht ganz da
, da rupfte er schon das erste Heu im Vorbeigehen. Lahm war er nicht, ich habe
ihn ausgiebig untersucht. Ich war eigentlich auch nicht zu schnell gegangen,
denn das Tempo hatte ich im Training auch häufig geritten. Als Anfänger bleibt
da die Unsicherheit über die Ursache des frühen Ausscheidens. Vielleicht
haben wir ja im nächsten Jahr nocheinmal die Chance diese wunderschöne Strecke
zu reiten. Kathrin
Ritt zum Schlößchen Wasem oder Abenteuer und Survival
Training 2 Tages Distanz Hin und Rück , je 65 Km
Dieser Ritt
stand schon einige Zeit auf meiner Liste der Ritte, die ich auf jeden Fall mal
reiten wollte. Hatte ich doch nur Positives gehört..... Also entschloß ich
mich kurzerhand zur Nennung, mal wieder auf dem letzten Drücker, aber beim
Feuerkreis sieht man das ja gelassen. Mein Troß Hans fiel drei Tage vor dem Ritt
aus und so bot sich Freundin Marion aus der Eifel an, mich mit ihrem Wohnmobil
zu coachen. Das Angebot nahm ich besonders gerne an, allein die Aussicht,
trocken und warm zu schlafen und aufzustehen, ließ mich schnell zusagen. Wir
trafen uns auf einem Rastplatz und fuhren dann im Convoy zum Ferienpark Bell, an
der Hunsrücker Höhenstraße gelegen. Nach Berts Anfahrtsbeschreibung fuhren wir
bald 20 Km durch die Dörfer, wahrscheinlich wollte er uns den Hunsrück zeigen,
wir hätten gut eine Abfahrt später von der AB gekonnt.(Beim Rückweg waren wir
dann so schlau). In Bell wurden wir gleich eingewiesen und bekamen schöne
Paddocks mit Gras, es verteilte sich alles gut. Hier war reichlich Platz unter
den Bäumen und am Sportplatz. Nun trudelten nach und nach die Reiter ein und
Tierarzt Dr. Sauer fing mit der Voruntersuchung in lockerer, kompetenter Manier
an. Ich finde es immer sehr beruhigend, wenn der TA gleich die Schwachstellen
des Pferdes entdeckt, jeder Erfahrene kennt sie ja selber und ein TA , der sie
nicht sieht oder erfühlt sinkt in meinem Ansehen ein wenig. Hier sagte mir
George Sauer sofort, was wann mal wo gewesen ist und ich konnte es nur
bestätigen. Klasse. Das Pferd unter guter Beobachtung wissend, reitet sich
gerade eine 2 Tagesdistanz beruhigter. Abends dann die bühnenreife
Vorbesprechung von Bert, ich sah mich schon als Wasserleiche den Hahnenbach
entlang treiben, mein Pferd in den Fluten ertrunken. Um meinen Beschlag wurde
mir Angst und Bange, zum Glück hatte ich Ersatz mit (den ich dann wirklich
brauchte). Um 8 Uhr morgens gab es dann einen geführten Massenstart über die
ersten Kilometer. Hier gab direkt einen Bach zu überspringen, wir gingen lieber
über eine Überführung etwas weiter weg gelegen. Kurz nachdem das Feld los
trabte befand ich mich in einer Gruppe mit Ilka und Susanne. Ilka fing grade
einen Satz an mit: "hier hat sich im letzten Jahr ein Reiter..." und schon lag
ich da, Pferd einfach in der Kurve weg gerutscht. Rutschpartien gab es noch
reichlich und ich hatte ständig Angst um Masirahs Beine. Die Gegend war
umwerfend und ich genoß jede Aussicht, ritt ich doch mit der Vize
Trekkingmeisterin und der streckenkundigen Ilka zusammen. So ließ ich meine
Karte in der Tasche. Kurz vorm Stop bei KM 47 ereilte mich das Schicksal vieler:
Beschlag weg, d.h. ein Stück Kunststoff war abgebrochen, das kommt davon wenn
man fremdgeht, hatte mal keine "Marathons" drunter. Streckenposten Paul wurde
geholt, und so bekam ich in in Windeseile ein neue Platte, bevor ich dann allein
den Weg Richtung Hahnenbachtal antrat. Da ich nun so langsam ritt, wurde ich
bald eingeholt und wir ritten zu viert ins Tal. Habe selten so ein tolles Tal
gesehen, man musste wirklich in den Bach springen, um dort hin zu kommen, Natur
pur. Einige Male wurden die Seiten gewechselt immer verbunden mit Ein- und
Aussprüngen aus dem reißenden Bach. Alle Pferde machten das seltsamerweise ohne
mit der Wimper zu zucken! Zum Tagesetappenziel war es dann nicht mehr weit und
die schönen Wiesenwege waren die reine Erholung. Am letzten Kontrollpunkt trafen
wir dann das Distanz Check Team aus Bochum, die eigens mit 4 Helfern angereist
waren (buchbares Helferteam!!). Am Schlößchen Wasem erwartete uns dann eine
große Wiese und tolle Verpflegung, es gab die berühmten gefüllten Klöße, Salat
und Wein satt. Im Schlößchen konnte man sich duschen, was ich natürlich
ausnutzte. So verpaßte ich dann prompt das für den Abend angesetzte
Feuerkreistreffen, was mir schon peinlich war. Der Rest des Abends verging
feucht fröhlich und es wurde wieder offensichtlich, daß Präsidiumsmitglieder
auch nur Menschen sind!! Die ganze Nacht hatte es durchgeregnet und so fragte
manch einer sich, ob er denn wirklich den Rückweg antreten solle. Ich hatte auch
arg mit mir zu kämpfen und wollte am liebsten nach dem tollen Frühstück gar
nicht mehr raus. Irgendwann saßen alle wieder auf ihren Pferden und siehe da, es
hörte auf zu regnen und teilweise schien die Sonne. Der Ausstieg aus dem Tal war
besonders abenteuerlich: hier mußten wir absteigen und die Pferde allein
hochlaufen lassen, wir auf allen vieren hinterher. Ich ritt mittlerweile mit
Sigrun zusammen, die beiden Traber Carossi und Masirah liefen hervorragend. Und
da wir die Anwärterin auf die RP Meisterschaft mit nur 1 Minute Vorsprung immer
vor uns hatten, zogen wir das Tempo an. Es gab ein kleines Rennen, das in einem
Galopp in die Pause endete. Als das Mädel dann im Galopp aus der letzten Pause
ging, gaben wir die Verfolgung auf. Hätten wir geahnt , daß sie sich verreitet,
wären wir etwas flotter geritten, so konnte sie nur genau ihre Minute aus dem
Vortag halten. Im Ziel fing es dann an, zu regnen und ich genoß den Luxus von
Marions Wohnmobil. Siegerehrung war im Gasthof des Ferienparks, jeder bekam eine
Zinnplakette, die Siegerin der RP Meisterschaft bekam ein Schärpe und eine tolle
Plakette.
Nach einem leckeren Salatteller machte ich mich dann auch
wieder auf den Rückweg, bis zum Rand mit Eindrücken aus den zwei Tagen
beladen.
Danke an alle , die diesen Ritt möglich gemacht haben.
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