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Rittbericht
Raddetrail


von Bert Fichtel und Yvonne Ostroga

RADDETRAIL 2001

 

Durch einen folgenschweren Sturtz mit dem Fahrrad mußte die Veranstalterin in eine Spezialklinik.Die angelaufene Organisation konnte zwar übergeben werden ,doch waren telefonische Vereinbahrungen und Nennformalien lückenhaft und erst kurz vor dem Ritt zusammengelaufen. Der Nennschluß konnte nicht kontrolliert werden und die Beteiligung war damit ungewollt zu hoch ausgefallen. Dabei viele Einsteiger,die einer genaueren Information und auch der Ausrüstungsüberprüfung bedürfen. Die Ausschreibungsvorschriften wurden hier vielfältig nicht beachtet. Es mag ja sehr sportlich sein,ohne Sattel zu reiten. Wenn das Pferd in ein Bisamloch tritt und auf 3 Beinen steht oder in hineingezerrten Weidedraht gerät und dann Regensturm von der See rüberkommt , muß es eingedeckt werden. Hilfe ist nur mit einem Traktor möglich und kann lange dauern. Besagte Reiterin hatte weder Handy, Geld, Notverband ,.noch Wetterschutz für sich oder das Pferd mitnehmen können. Dafür benötigt man einen Sattel..

Der Start der 40 Pferde ging ohne Aufregung ab. Das Wetter war bedeckt,windig ,aber unangenehm warm. Ab 9 Uhr kamen die Bremsen,die sich aber auf die Spitzengruppe konzentrierten. Das Tempo war hier immer schon sehr hoch nur für Robustpferde war dies kein guter Tag. Der Schweiß verklebte die Haut und der warme Wind gab keine Kühlung. So endeten schon 5 Pferde am ersten Stop. Eine Reiterin wurde getreten und mußte aufgeben.

Eventuell kamen hier viele zu einer richtigen Einschätzung der merkwürdigen Wetterlage. Einige erfahrene Reiter nahmen sich ganz zurück.

Mit in der erfahrenen Spitzengruppe ,die auch die Strecke kannte liefen auch neue Namen Tempo 2,8. Tempo 4 reichte gerade für den 28 Platz. Und das ritten Leute die stets vorne abonniert sind. Sie kamen an mit dem einsetzenden Landregen der bis abends anhalten sollte. Die Nachuntersuchung ergab Folgen des hohen Tempos. Eine nicht geklärte Erscheining waren Rückenempfindlichkeiten bei 11 Pferden. Und zwar auch solchen die nie damit ein Problem hatten. Bei Arabern ist eine typische Sensibilität mehr oder weniger zu tolerieren, aber hier bogen sich Rücken bei Ponys und Warmblütern durch. Bei einigen schien die ganze Haut allergisch zu reagieren,wo man sie auch anfaßte. Das war kein Satteldruck. Nach 48 Std war es wie weggeblasen und tauchte auch beim Reiten nicht mehr auf.... Auf dem Raddetrail wurde immer am 1. Tag von vielen schneller geritten als geplant. Es läuft ungebremst,ohne Hügel, ohne Verreiten, auf Sand und Graswegen, hübsch und abwechselungsreich. Am Ziel ein See in den man geradewegs hinein und ablöschen kann. Für einen Haflinger war der Kühlschock ein totaler Muskelkrampf. Das verführerische Tempo hatte aber auch jedes Mal Ernüchterung zur Folge. Meist waren die Reiter fix und foxi. Wir hatten einen Höchststand an Aufhörenden....die Hälfte hatte genug.

Der Regen endete und beschehrte uns einen herrlichen Sonnenuntergang über dem See. Die Bremsen waren naß und nicht flugfahig. Grillduft wallte aus den urigen Tipihütten und der Abend verlief gesellig.

Die Spitzengruppe für den Rückritt hatte sich verstärkt. Das Tempo lag jetzt über 3. Das übrige Feld hing nicht mehr soweit zurück und war gut gelaunt, durch die Gewißheit 10 Plätze aufgerückt zu sein. Ein Zusatzcheck 9 km vor dem Ziel ergab nur ein fehlendes Eisen ,sonst keine Schwächen. Da wollte man es vorne noch einmal wissen .Was sollte das ? Es waren gestandene Leute ,die man durch Endspurts nicht verunsichern kann. Das Ergebnis war eine unnötige Grenzbelastung die an 2 Pferden deutlich wurde. Vorbildlich ritten die Jugendlichen Liane Lehnarts und Verena Müller - auf dem Veteranen Voltano - gleichmäßig nach vorne . Im gleichen Stil Viola Möller und Michaela Zeise. Wenn der Ritt am nächsten Tag weitergelaufen wäre, hätten sie die meisten Reserven gehabt. Auch Filou ist wieder da , nachdem er seine Borelien überstanden hat. Und Masahib der schon auf dem Marathon nord bewundernswerte Gesundheit ausstrahlte. Uta Wilhelmi erhielt für ihn den BC.

Die Siegerehrung sah nur noch die Hälfte der Gestarteten. Einige waren ohne Pferd gekommen um beim Abschluß dabei zu sein. Auf einem engagiert ideell gestalteten Distanzritt , der Zeit zum Feiern und Kontakten einplant, ist das Zusammensein bis zum Abschluß eine Anstandshandlung. Das Resüme wie ein 2 Tagesritt zum befriedigenden Ergebnis führt, geht andenen vorbei , die zuhören sollten. Die Aufgabenstellung ist : 2 Tage einen Distanzritt zu wiederholen. Wer nur einen Tag durchhält, hat die Anforderung eventuell nicht durchdacht. Sache ist : Unbedingt Reserven für den Tag 2 zu konservieren. Durch Aufgebende und technische Ausfälle, ist man bis zur Rücketappe sowieso in der Plazierung vorgerückt. Die Ergebnisliste ist ein interessantes Blatt !HOF ÜBERMÜHLEN Telefon o591 - 28o5
Esterwegen Hotel o5955 - 20200
Not-Tierarzt Dr. Rowold 0171 - 352 55 33
Notruf -Leitstelle Meppen o5931 -6o11
Ritt- Tierärzte

Beate Scharfenberg 0172 - 5315349
Dr. Frauke Nieberl
Organisation
Ralf Schneider 0170 - 8840545
bert Fichtel 0170 - 2654668
Christine Andres 0171 - 6150274

Auf dem Hof Übermühlen stehen Zimmer zur Verfügung, ebenso wie ein Ferienhaus für etwa 6 Personen. Das "Heuhotel " ist ein sauberes Gemeinschaftslager , für Reiter mit Schlafsack, die dicht bei ihrem Pferd sein wollen.Die Gastronomie ist ansprechend und vielseitig. Eigenes Grillen ist untersagt.Getränke stehen unbegrenzt zum Verkauf . Der Start erfolgt nach einer kurzen Warmführphase, auf Signal, am Raddeufer.Bis zur ersten Brücke -grüner Transformator-steht nur das Ostufer zur Verfügung. Ab dieser, kann auf beiden Raddeseiten geritten werden. Dadurch besteht 4 x die Möglichkeit sich von Konkurenten zu trennen und eigenes Tempo zu reiten. (Auf dem Rückweg ist unbedingt darauf zu achten bei der erwähnten Brücke wieder auf das Ostufer zu wechseln, sonst gerät man in das Sperrgebiet statt nach Übermühlen.)

Trott - by auf der 3. Brücke, durch Wechsel auf das andere Ufer im Trab. Erfolgt kein Zuruf durch die Kontrollperson ,darf ohne Aufenthalt weiter geritten werden. Pause an der 5. Brücke beim Klärwerk Sögel : Km 29. Vom Ostufer führt hier ein Holzsteg über die Radde. Wer dem ausweichen will , muß bei der 4. Brücke wechseln. Der Tross muß hier zwingend bis zum Raddeufer vorfahren, wenden und sich an der Klärwerkseite einordnen. Die Untersuchungen finden am Raddeufer hinter dem Klärausfluß statt (Metallgeländer ) Hier kann reichlich Wasser geschöpft werden,welches flußaufwärts rein ist. Der zweite Abschnitt führt vermehrt durch Waldungen um an heißen Tagen Schatten zu haben und Abwechselung zu bieten.
Stop II ( km 48 ) ist westlich Lorup an der Kläralage,wo eine Allee Schatten und Parkraum bietet. Hier ist Die Feldseite der Allee ist für die Reiter freizuhalten. Parken auf der Straße Lorup- Rasdorf ist untersagt. ! KP nördlich Lorup.

2 km östlich Esterwegen ist unser idyllisches Ziel . Die Nachuntersuchung geschieht in der Reihenfolge des Einlaufes zu einer um 17 Uhr.

Der Erikasee ist eine Badeanlage mit Toiletten und Duschen für den Allgemeingebrauch ohne Bewirtschaftung. Für die Erholzeit bis zum Rückweg auf gleicher Strecke dienen uns zwei urige Grillhütten als Behausung. Getränke ,Brot und Bratwürste haben wir zur Begrüßung mit einem Holzvorrat dort deponiert. Der Tross mag weiteres gestalten. Wir gönnen uns und den Pferden einen Ferientag mit Baden und Gesprächen. Die gastgebende Gemeinde hat uns sehr viel Entgegenkommen gezeigt . Der Platz soll von uns entsprechend spurenrein übergeben werden.

Die Rasenplätze um die Anlagen sind für Paddogs nicht zu benutzen. Das Seeufer und die ungenutzten Wegen an der Ostseite bieten großzügig Platz und Gras .Die Fahrzeuge werden hintereinander auf dem befestigten Zufahrtsweg aufgereiht. Die kleinen begrasten Partien dazwischen bieten etwa 1o Plätze direkt beim Tross. Die Weckzeit wird bei warmen Wetter auf 4 Uhr morgens angesetzt.Wer die Bremsenlage an der Radde erlebt hat , wird einen Frühstart begrüßen .Die Pausenorte sind voraussichtlich die selben des Hinrittes. Auf der Radde ist an der Brücke Klein Stavern-Klein Berßen ein 1o Min - Check. Die Nachuntersuchung erfolgt 4o Min nach dem Einlauf. Anschließend werden die Top Ten zum BEST CONDITION aufgerufen. Danach kann die Abschlußehrung mit Pferd auf der Teichwiese stattfinden.

Alle leeren Wasserkanister sind gefüllt und gekennzeichnet an den Hofausgang zu stellen,damit Troßfahrzeuge diese aufnehmen können. Hilfestellung ist allen kameradschaftlich zu gewähren.
Neuseelanddecken , Zelte und Paddogs der Troßlosen sollen selbstverständlich in den leeren Hängern mitgenommen werden. Damit kann leicht am Seeufer campiert werden. Regenschutz bietet ein schneller Umzug in die Hütten Das Trossvolk stelle sich hilfreich als Zeitnehmer,Schreiber und evtl. Pulsmesser den Stoppleitern zur Verfügung, solange ihre Pferde noch nicht
angekommen.

Es ist ein Ritt wie kein anderer. Schnelle Sandstrecke. Baden , Sonnen, Partyzeit und rasant
wieder zurück. Jeder trage dazu bei, daß wir den Spaß auskosten.

Bert Fichtel
Vielen Dank!
Sg


Radde Trail, 30.6. - 01.07.2001

Der Radde - Trail gehört zu den berühmt - berüchtigten Feuerkreisritten und ist ein 2-Tages- Ritt.
Ausgangspunkt und am nächsten Tag auch wieder Endpunkt ist der Hof Übermühlen in Meppen.
Die Streckenlänge beträgt je Ritt 60 Kilometer, jedoch hat der Reiter die Möglichkeit, den Ritt ab jeweils 40 km in der Wertung zu beenden.
Durch diese Option sollen auch neue Teilnehmer angesprochen werden, die noch nie einen Mehrtagesritt gemacht haben und ihrem Pferd nicht so viele Kilometer zumuten können oder wollen.

Auf dem Hof Übermühlen stand eine Kuhwiese für Paddocks und Zelte zur Verfügung. Wem das zu pfadfinderisch war, konnte auch ein Zimmer buchen oder im Heuhotel einchecken.
Der Nachteil der Kuhwiese stellte sich dann nach dem Sonnenuntergang heraus: so mancher trat dann trotz größter Vorsicht doch mal in einen der zahlreichen Kuhfladen.
Die Vorbesprechung wurde indessen immer weiter nach hinten verschoben. Es wurden bereits einige Stimmen laut, die Besprechung dann doch morgens vor dem Ritt durchzuführen, aber Bert Fichtel ließ sich nicht davon abbringen, wollte er doch morgens sehr früh starten.

Die Nacht wurde somit arg kurz, aber wer schläft schon wirklich tief und fest auf einem Distanzritt ??? Das versprochene Wecken fiel allerdings aus: die meisten Teilnehmer standen eh schon viel früher als der Weckmeister auf.
Nach dem Frühstück hieß es dann: Pferde besteigen und warm reiten.
Das Wetter spielte zunächst mit: trocken, aber bereits sehr schwül und warm.

Um 6:30 Uhr ging es endlich los. Der Trupp von circa 45 Reitern zog erst einmal gemächlich im Schritt von dannen, bis dann endlich Bert Fichtel das Tempo frei gab.
Zunächst ging es die ersten 30 Kilometer entlang der Radde. Hier gab es eine Wiesenweg, der gut zu reiten war. Dementsprechend war das Tempo hier auch sehr hoch.
Bereits nach etwas mehr als einer Stunde kamen die ersten Reiter in den Stop , wo auch die erste Pause eingeplant war.
Anfangs reichte hier der Platz noch aus, als jedoch später mehr Reiter nachrückten, wurde es doch arg eng und es kam auch zu einem Attentat seiten eines Hengstes auf eine pausierende Reiterin. Diese kassierte eine Tritt gegen das Schienbein und mußte dann leider den Ritt beenden und einen Arzt aufsuchen.
Auf dem Rückweg wurde dieser Stop deshalb etwas weiter gelegt, wo mehr Platz vorhanden war, um solche Zwischenfälle zu vermeiden.
Der zweite Teil der Strecke führte dann von der Radde weg durch Felder und Waldgebiete.
Hier schlugen dann auch zunehmend die Bremsen zu.

Die Trosser hatten es bei diesem Ritt als nicht ortskundige ganz schön schwer: es gab leider keine Karten für die Trosser, so daß einige dann mehr oder weniger nach Gefühl die Strecke angefahren sind.
Man sollte also bei Feuerkreisritten zumindest eine Autokarte der Gegend bereit halten, wenn man seinem Trosser einen Gefallen tun möchte...

Die zweite Pause wurde auch anstandslos hinter sich gebracht und somit ging es dann auf den letzten Streckenabschnitt zum Ziel Erikasee.
Die letzten Kilometer führten uns dann immer gerade aus, so daß man förmliche das Ziel ersehnte. Allmählich fing es auch an zu regnen, was zum Glück die Bremsen vertrieben hat..

Im Ziel standen dann schon die ersten Paddocks aufgebaut. Einige Reiter oder die Trosser gingen dann erst mal mit den Pferden im Erikasee baden. Eine sicher verdiente Abkühlung nach so einem flotten Ritt.
Mittlerweile regnete es in Strömen, so daß die nachfolgenden Reiter mehr oder weniger durchnäßt ins Ziel kamen.

Nach der Nachuntersuchung mußten wir uns dann verabschieden, leider hatte mein Trosser einen 'Folgetermin' , so daß wir den Ritt hier in der Wertung beendeten.
Die Reiter, die Sonntag dann den Rückweg bestritten, hatten dann aber doch noch einmal Glück mit dem Wetter: nach durchregneter Nacht war es dann doch wieder trocken.

Alles in allem war es ein sehr schöner Ritt mit wunderbarer Strecke.
Es wurde ein hohes Tempo geritten, wie es bei Flachlandritten oft der Fall ist, jedoch war der Ritt trotzdem sehr entspannt. Hier hatte man wirklich noch Spaß am Reiten und ist nicht verbissen seine Kilometer gegen alle anderen geritten, sondern hat miteinander eine schönes Wochenende erlebt.

Yvonne Ostroga
Vielen Dank!

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