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Rittbericht
DM Trendelburg


von Sian Griffiths

Sabrina Arnold, Te Quiero besiegte im Finish um eine Pferdelänge Sieglinde Dicks Flyer. Sieglinde hatte das Rennen von Anfang an bestimmt. Dem von ihr vorgelegtem Tempo konnten nur wenige folgen, auch die letztjährige Deutsche Meisterin Gabi Jacobi mit Milagro hielt sich angesichts der schweren Strecke lieber zurück und verlor so den Anschluß an die Spitze.

Auf dem Wasserschloß Würmelsen fand eine, von der Kulisse einfach malerische, gut durchorganisierte DM statt. Zwar war der Platz für die 160 km CEI Reiter sehr begrenzt, aber trotzdem eine tolle Lösung der "Stallsicherheit" und der Forderung einiger Pferdebesitzer nach artgerechter Unterbringung der Pferde: die Pferde waren durch eine Mauer von den anderen getrennt.
Die Ausschilderung war etwas dürftig. Viel Werbung wurde wohl nicht gemacht, denn das Ereignis lief größtenteils ohne Öffenlichkeit ab.

Die Reiter störte es nicht. Sie erlebten eine schöne DM bei bewölktem für die Pferde idealem Wetter.
Die Strecke wurde als schwer eingestuft. Dazu trugen nicht nur die Höhenunterschiede bei, sondern vor allem der tiefe, morastige Boden. Viele ungezählte Eisen blieben darin stecken.
Viele bekannte Namen hatten im Vorfeld abgesagt oder gar nicht genannt, so z.B. Belinda Hitzler, Heike Ganster, Edgar Schrader und Uta Wilhelmi.

Nach dem Start um fünf Uhr morgens ging Sieglinde Dick mit Flyer sofort an die Spitze, gefolgt von den Arnold -Schwestern und den ambitionierten anderen Reitern. Dabei kam es im Start fast zu einem Unfall, als ein Hengst auf ein vor ihm laufendes Pferd aufsprang und nur mühsam von seiner Reiterin wieder unter Kontrolle zu bringen war. Hier sollte wirklich die Abstinenz einer Gerte gerade im Bezug auf Hengste erneut überdacht werden.

Auf einem besonders morastigen Boden war das Anfangstempo trotzdem noch recht hoch und lag bei ca. 4,3. Den Trot-By bei ca. 20 km passierten alle Pferde ohne Beanstandung. Hier gab es schon die ersten losen und verlorenen Eisen.
In das erste Vet-Gate kam die Spitzengruppe noch dicht gedrängt und stellte die Pferde in Minutenabständen zur In-Time an.
Und so gingen sie auch wieder raus: Sieglinde, Sabrina Arnold mit Te Quiero, Rebecca Arnold und Gabriela Förster nahmen das rennen wieder auf, gefolgt von einem ganzen Pulk an ehrgeizigen Reitern, unter anderem Kerstin Deichmüller mit Herbstschwalbe, Michael Schulz mit El Mahanad, Alyssia Zwickl mit Momo, Melanie Arnold mit Simple the best, Gabriele Borowicz mit Morsano, Dieter Hannes mit Kabala und Gabi Jacobi mit Milagro- die Titelverteidigerin.

Doch langsam zog sich das Feld etwas in die Länge. Ins 2.Vet-gate bei 59 km kam wieder Sieglinde als erste an, gefolgt jetzt von Kerstin Deichmüller, Alyssia Zwickl vor Gabriela Förster und Gabriele Borowicz. Zaim mußte zweimal vortraben, blieb aber ohne Beanstandung, ebenso Kabala von Dieter Hannes.
Hervorragend präsentierten sich Momo und Alyssia und Sabrinas Te Quiero. Auch Flyer sah man die Lauflust an. Nun ging es 20 km weiter zu 80iger Stop und damit zur Beendigung der ersten Runde. Mit jeweils 1 Minute Abstand ging es wieder los.

Das Feld zog sich langsam auseinander. Bei ca. 70 km nahm Gabriele Borowicz ihnen Hengst zurück und verlangsamte ihr Tempo drastisch. Mittlerweile übten Sieglinde und Alyssia Paarreiten, gefolgt von den drei Arnolds, Gabriela Förster und Michael Schulz.

Die zweite Runde gingen sie deutlich schneller an. Nun machten sie das erste, morastige Stück in T4 und das, wo doch schon alle Pferdebeine einmal durch den Boden gepflügt waren.
Im Trotby mußte Sabrina den Beschlag korrigieren, was bei ihrer Schwester leider auch mehrfach der Fall war und so verlor sie einige Minuten, holte sie aber leicht wieder ein.
Herbstschwalbe war bereits zurückgefallen.
In 4. Vet-Gate meldete Alyssia als erste In-Time, kurz vor Sieglinde und gefolgt von sabrina und Rebecca Arnold. Letztere hatte aber die erforderlichen Werte nicht, wurde zurückgewiesen und schied beim Vortraben hier auch aus.
Zaim wurde 5 min später vorgestellt, zeigte eine Veränderung und mußte vorm Rausgehen nochmal vorstellen, durfte dann aber weiter. Gabriele Förster nahm das tempo nun auch zurück, ebenso Melanie Arnold. Michale Schulz Pferd zeigte eine geringe Unregelmässigkeit, war aber ducrh das Entfernen eines Steins behoben.

Nun ging es wirklich ans Finale. In das letzte Vet-Gate bei 138 km kamen Sieglinde, Sabrina und Alyssia gemeinsam an. Während Momo und Flyer müde wirkten, sah man Te Quiero das Rennen weniger an. Momo wurde sehr gründlich von den Tierärzten untersucht, nachdem sie wesentlich länger zum Regenerieren gebraucht hatte. Sie machte keinen guten Eindruck, aber die TA gaben trotzdem das Okay. Die Farbe des Harns war sehr dunkel.......
Alyssia zog wohl die Konsequenz daraus und machte deutlich langsamer.
Das letzte Stück gingen die beiden dann ransant an. In nur 61 Minuten (wenn ich richtig mitgerechnet habe) jagten sie die 21 km ins Ziel. Und hier gewann Sabrinas Te Quiero mit deutlichem Vorsprung den Titel.
In der Nachuntersuchung bestanden beide und so ist Sabrina Arnold Deutsche Meisterin 2001.
Alyssia brachte die müde Momo sicher auf den dritten Platz. Und Melanie kam mit Simple auch wieder mit deutlichem Abstand ins Ziel.

Das restliche Teilnehmerfeld war weit auseinandergezogen und die letzte Reiterin brachte ihr Pferd um kurz vor 0 Uhr ins Ziel.

Zum Best Condition wurde Flyer nicht vorgestellt und nachdem doch ein oder zwei der Pferde deutlich lahmten ging der Best Condition Preis (ein Maßsattel im Werte von 10000,--DM) an Te Quiero!

Eine schöne Siegerehrung, bei der aber die Sponsoren zu kurz kamen, schloß eine nette Veranstaltung, die von Juliette Malisson als bislang beste Deutsche Meisterschaft gelobt wurde. Wie zuvor Neustadt/Dosse und Wietzetze......
Die geringe Ausfallquote ist beeindruckend, darf allerdings auch darauf zurückzuführen sein, das die Tierärzte in der Nachuntersuchung mehrfach beide Augen zudrückten. Trotzdem, es hing kein Pferd am Tropf, es war keine Behandlung nötig und die meisten Pferde sahen am nächsten Tag wirklich top aus!
Sg
Alle Ergebnisse
Hier die ersten 10:
1. Sabrina Arnold (Nürtingen) mit Te Quiero; Reitzeit: 579 Minuten, 12 Sekunden; Tempo 3,62
Best Condition: Te Quiero
2. Sieglinde Dick (Münchehofe) mit Flyer; 579:15; 3,62
3. Aylissa Zwickel (Rosenfeld) mit Momo; 607:47; 3,79
4. Melanie Arnold (Nürtingen) mit Simple the Best; 652:39; 4,07
5. Hilga Boskamp (Bottrop) mit Pamina; 676:59; 4,23
6. Michael Schulz (Rohr i. Br.) mit El Mahanad; 679:3; 4,24
7. Dieter Hannes (Birstein) mit Kabala; 692:51; 4,33
8. Gaby Jacobi (Asendorf) mit Milagro; 704:40; 4,40
9. Monika Kroez (Lahntal) mit Reitar; 706:7; 4,41
10. Andrea Hassel (Löwenstein) mit Stoiki; 706:9; 4,41
Fotos

 

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