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Rittbericht
Altlandsberg
von Sian Griffiths
| Ein besonders schönes Andenken nehme ich von der diesjährigen Brandenburgischen Landesmeisterschaft im Distanzreiten in Altlandsberg mit nach Hause: ein liebevoll gestaltetes T-Shirt in XL (mit Gürtel geht’s als Minikleid..) mit der Aufschrift : "Wir waren dabei! -Altlandsberg 2000" Und wer hier nicht dabei gewesen ist, hat wirklich was versäumt! Tagelang vorher zeigte der Wettergott sich uneinsichtig und ließ es regnen und gewittern, doch als ich Freitag Abend nach 5 stündiger Fahrt in Altlandsberg ankam, zogen sämtliche Gewitter und Regen in einem großen Bogen um den Platz herum. Regine und Rüdiger Markowitsch samt einem tollen Team von Helfern, sorgten für eine rundum gelungene Distanzveranstaltung. Cheftierärztin Beate Scharfenberg hielt sich noch im Stau auf und so nahm Regine Markowitsch die Voruntersuchung der Langstreckler vor. Ein Pferd erhielt nur eine eingeschränkte Starterlaubnis, alle anderen durften ohne Beanstandung starten. 11 Starter für die 105 km, zwei "Ausländer" (so wird man hier im Brandenburgischen bezeichnet, wenn man aus Niedersachsen kommt...), 5 Starter für die 67 km, 12 für die 49 km und 34 für die 33 km gingen am Samstag auf die Strecke, die in mehreren Schleifen zu absolvieren war. Dabei war die Wahl der Schleifen bei der 105 km Strecke gerade für Reiter ohne Troß gut gelegt, denn die Pause war so dreimal an der gleichen Stelle und die letzte sogar wieder am Startplatz. Nur von dort wieder los, behagte den Pferden natürlich nicht so ganz! Leichter Nieselregen am Morgen wandelte sich in einen warmen, leicht schwülen Tag,. Die exzellente Markierung ließ eigentlich kein Verreiten zu, die großformatigen Karten waren nie nötig! Vom Start weg machte Sieglinde Dick klar, welches Ziel sie und ihr bewährter Flyer verfolgten: der Titel einer Brandenburgischen Landesmeisterin. Den hatte Vivien Pätzel mit ihrem Grazian zu verteidigen und blieb Sieglinde dicht auf den Fersen (Pardon, Hufen!) Bis zum ersten Trotby bei 16 km blieb die Spitzengruppe von fünf Reitern beieinander, dann zog Sieglinde das Tempo an und geriet rasch außer Sicht. Vor der ersten Pause hatten ihre Verfolger sie jedoch wieder eingeholt. Als erster ging Cernit mit Sian Griffiths ohne Zeitverlust ins Vet-Gate, gefolgt von Sieglindes Flyer und Birgit Schulz mit Smaragd und Christiane Kirsten mit der großen Holsteinerstute Christobalita. Grazian mußte etwas warten und konnte mit 8 min Abstand auf die Führende wieder auf die Strecke. Ein Pferd schied hier wegen Lahmheit aus. Es wurde flott geritten auf der nächsten, mit leichten Hügeln und schönen Waldwegen bestückten Runde, die sicherlich die schönste Strecke war. Gerne wäre man diese Runde auch zweimal geritten. Als erste kam dann Flyer ins Vet-Gate, im Minutenabstand gefolgt von Christobalita und Cernit. Mit 4 bzw. 7 min Wartezeit folgten Grazian und Smaragd. Mittlerweile wurde es deutlich wärmer, aber das Tempo wurde eher schneller. Nun ging ein Teil der Strecke wieder Richtung Start und folgte dann dem bekannten Teil wieder zur Pause. Flyer kam passend als erster ins Vet-Gate, Cernit und Grazian mußten Wartezeiten in Kauf nehmen. Pech für Christobalita, die sich ein Eisen abgerissen hatte und deren Reiterin hier aufhörte. Mit ihrem Vorsprung ging Sieglinde mit Flyer wieder auf die vorletzte Runde zum Startplatz und hatte von hier an das Rennen in der Tasche. Mit 4 min Vorsprung, vor Vivien und Grazian, folgte Cernit. Birgit Schulz hatte sich schon zurückfallen lassen. Und so blieb die Reihenfolge bis zum Ziel. Die letzte Runde demotivierte alle Pferde etwas und wurde deutlich langsamer geritten. Nach nur 6 Std. 30 min (T 3,71) überquerte die neue Brandenburgische Meisterin die Ziellinie, 11 min länger brauchte Cernit und wiederum 7 min später kam die alte Meisterin und nun neue Vizemeisterin Vivien ins Ziel. Alle Pferde bestanden die frühe Nachuntersuchung. Drei weitere Reiter erreichten das Ziel der 105 km gemeinsam nach 7 Std. 49 min, also über 1 Stunde später. Leider schied ein Pferd in der Nachuntersuchung aus, so das nur 5 Reiter die ganze Strecke absolvierten. Von der Möglichkeit bei 89 km zu beenden, machten zwei jugendliche Reiter Gebrauch. Insgesamt blieben 7 Pferde in der Wertung. Auch auf den 67 und 49 km wurde schnell geritten. So siegte bei der mittleren Distanz einer der erfolgreichen brandenburger Jugendlichen Renan Borowicz mit der bildschönen Aziza IV in T4,18 und beim kurzen Ritt war es in T3,06 Peter Kirsch mit Cherry. Die 33 km in T5 sahen Andrea Uhlig mit Adonis vorne. Kaum waren die Langstreckler im Ziel, begann es zu regnen und das Wetter holte nach, was es vorher versäumt hatte. So fand die Siegerehrung der EFR und KDR im strömenden Regen statt, was aber dem Applaus keinen Abbruch tat. Zum Glück klarte der Himmel am Abend noch auf und so konnte man am improvisierten Lagerfeuer auf dem Grill die fantastische altlandsberger Gastfreundschaft und Verpflegung genießen. Ich haben meine gesamten Vorräte wieder mit nehmen müssen! Hier gab es einfach alles, was das Herz begehrte und alles so lecker! Vor allem der Kuchen, der Sonntags in der Siegerehrung auch einen gesonderten Applaus erntete! Transportfreigabe und Best-Konditioning fand bei bedeckten Himmel statt, aber es blieb trocken und so konnte im schönen Rahmen die neue Brandenburger Meisterin Sieglinde Dick mit Flyer geehrt werden. Von der Vize-Meisterin Vivien Pätzel und Grazian wird man auf den Deutschen Jugendmeisterschaften gewiß auch noch hören, wie ich überhaupt gespannt bin, wie dieses tolle Brandenburger Jugendteam seinen Weg machen wird! Den Best-Kondition Preis allerdings entführte Cernit mit ins heimische Niedersachsen, ebenso wie einen Sack Schwarzhafer und eben jenes besagte T-Shirt, welches klar aussagt: "Wir waren dabei in Altlandsberg 2000!" Und was ist mit Euch nächstes Jahr? Sian Griffiths |