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Fohlen/Jährling:
Diese beginnt bereits recht früh. Schon das Fohlen oder der Jährling kann einige Grundlagen erlernen,
ohne dabei überfordert zu werden. Dazu gehören, neben der Gewöhnung an Putzen, Hufeauskratzen, Schmied
und Verladen, auch die Führigkeit an der Hand. Ruhige Ausflüge in die nähere Umgebung stärken
das Vertrauen in den zukünftigen Partner und gewöhnen das Jungpferd an die Schrecken der Natur. Von Vorteil
hat sich dabei ein gelassenes, routiniertes Begleitpferd erwiesen, welches durch sein ruhiges Verhalten, ungewohnten
Geräuschen oder dem Anblick ungewohnter Dinge, den Schrecken nimmt.
Alles, was das Jungpferd erlernen soll, muß spielerisch ohne Zwang erfolgen. Bedenken sollte man, das die
Konzentrationsfähigkeit des jungen Tieres noch begrenzt ist und entsprechend nur relativ wenige neue Sinneseindrücke
oder Erfahrungen aufgenommen werden können. Auch darf ein so junges Pferd noch nicht wirklich belastet werden.
Zweijährig:
Als zweijähriges Pferd können die Ausflüge schon mal einige Trabreprisen enthalten. Wenn der zukünftige
Reiter selber fit genug ist, kann er mit dem Jungpferd an der Hand durchaus auch ein leichtes Laufprogramm absolvieren.
Das Pferd wird so schon auf das eventuelle nebenher Laufen auf den Distanzritten gewöhnt. Unfallträchtig
und nicht zu empfehlen ist dagegen das Führen des Pferdes vom Fahrrad aus.
Die Spaziergänge im Gelände können als Vorbereitung für die Arbeit als Handpferd gesehen werden.
Neben einen erfahrenen Pferd kann so schon die Belastung in Maßen gesteigert werden. Das junge Pferd lernt
sich gleichmäßig und ausbalanciert im Gelände zu bewegen und mit unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten
umzugehen.
Daneben kann auch schon eine spielerische Bodenarbeit auf einem geeignetem Platz für Abwechslung sorgen und
auf Zukünftiges vorbereiten, beispielsweise die Arbeit mit Stangen, Cavalettis, Tonnen, Flattertor, Plane,
Wippe oder Holzbrücke. Auch eine Gewöhnung an Distanztypisches z.B. Wasserflaschen, Abschwammen, Abspritzen,
Decke auflegen, Pulsmessen, Vortraben, Bandagieren kann spielerisch erarbeitet werden. Ein vorsichtiges Auflegen
des Sattels, das Trensen und die Gewöhnung an einen Beinschutz sollten immer wieder mal erprobt und somit
nebenbei erlernt werden.
Dreijährig:
Das dreijährige Pferd wird dann durch vorsichtiges Anlongieren auf seine Aufgabe als Reitpferd vorbereitet.
Die Longenarbeit sollte vor dem ersten Anreiten soweit fortgeschritten sein, daß das junge Pferd gelernt
hat, sich ausbalanciert und taktrein in allen drei Grundgangarten zu bewegen und den Rücken aufzuwölben.
Ein, im Rücken noch völlig unbemuskeltes Pferd, tut sich sehr schwer unter dem Reiter zu einer raschen
Losgelassenheit zu kommen und wird so in seiner Entwicklung deutlich länger brauchen oder es bauen sich sogar
Verspannungen in der untrainierten Muskulatur auf, die in der weiteren Ausbildung dann zu Wiedersetzlichkeiten
führen können.
Das Anlongieren sollte zunächst ohne Hilfszügel, wie Ausbinder oder Ähnlichem erfolgen und diese
erst in der fortgeschritteneren Longenarbeit eingesetzt werden, wenn das Pferd gelernt hat, der Reiterhand nach
Vorwärts- Abwärts zu folgen. Erst dann machen Hilfszügel, als Zügelersatz, Sinn.
Das Traben über Stangen fördert die Koordinationsfähigkeit, den Takt und das Aufwölben des
Rückens. Daneben ist auch die Arbeit mit der Doppellonge für den erfahrenen Ausbilder eine gute Möglichkeit
der Gymnastik des Pferdes.
Ziel der ersten Reiterfahrung sollte neben der Gewöhnung an den Reiter dann das erreichen von Takt, Losgelassenheit
und Anlehnung sein. Die Anlehnung muß im großes Rahmen erfolgen und beinhaltet noch keine dressurmäßige
Beizäumung. Das Pferd soll lernen, sich unabhängig von der Reiterhand, in allen drei Grundgangarten,
selber zu tragen und mit unterschiebender Hinterhand, den Rücken aufzuwölben.
Wenn das sich Pferd unter dem Reiter dann ebenso ausbalanciert, taktrein und losgelassen bewegt, wie zuvor an der
Longe, sollte die Ausbildung vermehrt ins Gelände verlegt werden. Zwar ist es sinnvoll 2-3 mal wöchentlich
die Grundausbildung und Gymnastik auf dem Reitplatz fortzusetzen, doch sollte das zukünftige Distanzpferd
vornehmlich lernen, sich sicher unter dem Reiter im Gelände zu bewegen.
Ausritte mit dem erfahrenen Begleitpferd geben dem jungen Pferd auch hier wieder etwas Sicherheit. Positionswechsel
vor, hinter oder neben dem Begleitpferd sollten in allen Gangarten erlernt werden. Allerdings sollte das junge
Pferd auch schon lernen, sich von dem anderen Pferd zu trennen und streckenweise und später dann auch völlig
alleine im Gelände geritten zu werden.
Erstrebenswert ist ein gleichmäßiges Reiten über alle Bodenarten. Das junge Pferd sollte sowohl
über Asphalt, als auch über Waldwege und tieferen oder rutschigeren Boden, bergauf wie bergab und in
Wendungen lernen, dieses gleichmäßige Tempo beizubehalten. Die erste Gangart sollte dabei der Trab sein.
Die Galopparbeit sollte erst später mit hinzu genommen werden.
Das junge Distanzpferd kann schon einiges lernen, was das Reiten auf den Distanzritten dann leichter macht. So
z.B. das Reiten auf dem schmalen Grünstreifen, was eine gewisse Geraderichtung voraussetzt und das Reiten
in einer größeren Pferdegruppe an verschiedenen Positionen und in verschiedenem Tempo. Daneben sollte
die Hilfengebung des Reiters in den Wendungen so verfeinert werden, das dies mit geringer Gewichtsverlagerung und
ggf. mit Neckreining erfolgen kann. Als ergänzende Übung auf dem Platz kann das Slalomreiten um Tonnen
oder Pylonen erarbeitet werden.
Auch das Freispringen kann schon als Ergänzung der Arbeit mit einbezogen werden. Dabei sollten weder die Sprünge
zu hoch, noch die Reihen zu lang sein. Einige niedrige In-Out Hindernisse fördern Reaktionsschnelligkeit,
Balance und Rythmusgefühl des jungen Pferdes.
Vierjährig:
Als vierjähriges Pferd kann neben der vermehrten Gymnastizierung auch schon mit einem leichten Konditionstraining
begonnen werden. Dazu gehören nun etwas längere, ruhige und gleichmäßige Trabausritte und
ein wenig Tempotraining im Galopp. Auch ein leichtes Springtraining bietet dem jungen Pferd Abwechslung und vermittelt
ihm weiteres Rythmusgefühl und stärkt die Hinterhand. Neben der vorrangigen Reihenarbeit können
jetzt auch schon einige Distanzen, Kombinationen und Parcourslinien mit einbezogen werden. Sinnvoll ist auch das
Springen im Gelände über Naturhindernisse wie Gräben, Baumstämme, Hecken oder andere feste
Hindernisse. Hier können z.B. Treppe und Billard, also Auf- und Absprünge die Geschmeidigkeit, das Vertrauen
und die Rittigkeit fördern. Wasserhindernisse gewöhnen an das Durchqueren von Selbigem und fördern
das Vertrauen des Pferdes in seinen Partner. Wasserquerungen können und sollten vom jungen Distanzpferd ebenso
verlangt werden, wie Brückenüberquerungen und das Reiten im Straßenverkehr.
Die Gewöhnung an fremde Umgebung, die Unterbringung im E-Paddock, das Fressen und Trinken aus verschiedenen
Behältern, das Trossen und andere, distanztypische Begebenheiten lassen sich z.B. bei Wanderritten oder simulierten
Distanzritten üben. Häufigeres Verladen und Reiten im fremden Gelände gibt Routine und stärkt
das Verhältnis der beiden Partner untereinander.
Fünfjährig:
Das fünfjährige Distanzpferd hat dann schon eine gewisse Grundkondition und kann nun bewußt entsprechend
antrainiert werden, um seine ersten Ritte zu absolvieren.
©Sian Griffiths
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