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Bei der Ausbildung jedes Pferdes,egal für welche Disziplin folgt man der sogenannten
"Ausbildungskala" (FN) oder "Basics" (K.A. von Ziegner) Diese Punkte bilden das Fundament ohne
das auch unser Distanzpferd nie zu absoluten Spitzenleistungen fähig
sein wird. Nur ein korrekt ausgebildetes Pferd ist in der Lage, seinen
Reiter über eine so lange Strecke zu tragen ohne dabei Schaden zu nehmen. Daher müssen wir als Reiter
die Zeit, Energie und Geduld für eine solide Ausbildung aufbringen, wenn wir ein gutes Distanzpferd, einen
wirklichen Partner, herantrainieren wollen.
Die Grundausbildung erfolgt nach folgenden Punkten: |
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Takt
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Losgelassenheit
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Anlehnung
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Schwung
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Geraderichtung
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Versammlung
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Entwicklung der
Schubkraft
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Zunächst lernt unser Pferd taktmäßig
zu gehen und das in allen drei Grundgangarten (bei Gangpferden natürlich
auch im Paß und Tölt). Das bedeutet sich im Schritt im Viertakt, im Trab im Zweitakt und im Galopp im
Dreitakt zu bewegen. Dabei sollen alle Schritte, Tritte und Sprünge genau im Gleichmaß erfolgen. |
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Nur ein taktmäßig gehendes Pferd kann auch
losgelassen gehen.
Takt und Losgelassenheit sind nicht von einander zu trennen. Ein losgelassenes Pferd schwingt im Rücken, wölbt
diesen auf und schiebt mit der Hinterhand unter den Schwerpunkt. Dadurch wird das von Natur aus vorhandlastige
Pferd erst in die Lage versetzt, daß zusätzliche Reitergewicht mit der viel stärker ausgebildeten
Hinterhand zu tragen. Ein Pferd welches zu sehr auf der Vorhand läuft, wird im Distanzsport unweigerlich Probleme
mit den Vorderbeinen bekommen. Auch ein Pferd, was sich im Rücken festhält, wird auf langen Strecken
mit Muskelverspannungen zu tun bekommen. |
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Unser taktmäßig und losgelassen gehendes Pferd wird von alleine nun eine
weiche Anlehnung an die nachgebende Reiterhand suchen: das Pferd tritt ans Gebiß heran. Damit stehen
die Distanzreiter schon vor einem Problem. Ein Distanzpferd muß und sollte nicht wie ein Dressurpferd mit
hoch aufgerichtetem Hals gehen. Um sich möglichst Kräfte schonend im Gelände zu bewegen, soll das
Distanzpferd sich am langen Zügel im Gleichgewicht möglichst unabhängig von unserer Reiterhand bewegen.
Um das zu erreichen treiben wir unser taktmäßig und losgelassen gehendes Pferd vermehrt von hinten ans
Gebiß heran. Dabei darf die Reiterhand niemals rückwärts wirken und das Pferd zusammenziehen! In
dem Moment, wenn sich das Pferd nach vorwärts-abwärts ans Gebiß heranstreckt, also die Anlehnung
sucht, gibt die Hand weich nach. Vorsichtig wird durch weitere leichte treibende Impulse verhindert, daß
das Pferd zu tief oder gar hinter die Senkrechte kommt. Wenn sich das Pferd durch die treibenden Impulse im Hals
etwas aufwölbt und sich in natürlicher Aufrichtung selbst trägt, lockern wir die Zügelverbindung
bis hin zum langen Zügel. Das klappt zunächst nur wenige Tritte, aber täglich wird es mehr werden.
Jedes Pferd wird eine Weile brauchen um sich so selbstverständlich mit unterschiebender Hinterhand im Gelände
in jeder Gangart und jeder Geschwindigkeit selbst zu tragen, aber darin muß das Ziel unserer Ausbildung liegen. |
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Takt, Losgelassenheit und Anlehnung bedingen
einander unmittelbar.
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Man kann sie nicht einzeln sehen oder genau von einander trennen. Sie sind zusammen
das Ziel der erste Phase der Ausbildung: |
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Entwicklung der Schubkraft.
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Erst wenn die erste Phase der Ausbildung völlig erreicht ist, können wir
mit der nächsten Phase beginnen: der |
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Entwicklung der Tragkraft
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Mit der vermehrt unterschiebenden Hinterhand trägt sich das Pferd nun selber
und entwickelt schwungvolle
Bewegungen die mit schwingendem Rücken den Reiter weich sitzen lassen.
Das Pferd darf beim Tritte- oder Sprüngeverlängern nicht eiliger werden sondern nur die Tritte und Sprünge
werden größer und gewinnen mehr Boden ohne dabei den Takt zu verlieren. |
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Unabdingbar ist vor allem für unser Distanzpferd die Geraderichtung. Die
Hinterhufe folgen dabei genau der Spur der Vorderhufe. Ein in sich schiefes Pferd belastet auf Dauer ein Bein oder
eine Seite stärker und wird hier Probleme bekommen. Das Pferd soll sich zwischen unseren Schenkel wie zwischen
zwei Schienen bewegen, ohne daß die Hinterhand in einer Wendung heraus schleudert und damit keine Last aufnehmen
kann. Nur ein geradegerichtetes Pferd ist in der Lage ohne Takt-und Tempoverlust auf einem schmalen Waldweg im
Slalom um die Bäume zu gehen. |
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So merkwürdig und unpassend die Versammlung für ein Distanzpferd auch erscheinen mag,
auch sie ist notwendig in der Ausbildung eines Distanzpferdes. Ein versammeltes Pferd senkt sich vermehrt auf seine
Hinterhand ab. Der Schwung der Bewegungen wird bei elastisch anstehender Zügelhand in die Hinterhand übertragen
und führt beim Dressurreiten zu kadenzierteren, ausdrucksvolleren Gangarten bis hin zur höchsten Versammlung,
der Piaffe, einem Trab auf der Stelle. So weit braucht ein Distanzpferd nicht zu kommen. Sinnvoll ist ein leichter
Grad von Versammlung aber in jedem Fall beim Bergabreiten vor allem im Trab und Galopp. Ein unkontrolliert hinab
stürmendes Pferd, gefährdet nicht nur sich selbst und seinen Reiter durch Sturz, auch prallt die Vorhand
so stark auf den Boden auf, daß Verletzungen vorprogrammiert sind. Das Distanzpferd muß also auch lernen
durch leichtes Zurücknehmen des Oberkörpers bei gleichzeitig treibenden Impuls sich bergab vermehrt auf
die Hinterhand abzusenken und noch mehr unterzuschieben. Dabei wird der Schwung des Pferdes durch eine gleichzeitige
weiche, nachgiebige Reiterhand in eine höhere natürliche Aufrichtung verwandelt, die dem Pferd ein sicheres
Ausbalancieren ermöglicht. |
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Ein nach diesen Richtlinien ausgebildetes Pferd ist auf der Distanz in der Lage sich
gleichmäßig und entspannt in jeder Gangart am langen Zügel selber zu tragen. Es bewegt sich schwungvoll
vorwärts ohne zu Stolpern oder zu Schwanken und ist in der Lage, jedes Terrain mit winzigen Impulse seines
Reiters selbständig, ohne Tempoverlust zu bewältigen.
Das wäre das Ideal! Kommen wir ihm möglichst nahe! |
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Sian Griffiths |
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